Unter- & Mittelstufe

Gliederung des Bildungsganges

Als erste Gesamtschule haben die Waldorfschulen das mit dem vertikalen Schulsystem verbundene Prinzip der Auslese durch eine Pädagogik der Förderung ersetzt.

Der Bildungsgang der Waldorfschule umfasst 12 Schuljahre. In der Unterund Mittelstufe, d. h. von der 1. bis zur 8. Klasse, werden die Kinder im sogenannten Hauptunterricht von einem Klassenlehrer geführt, betreut und unterrichtet. Dies ermöglicht die notwendige Kontinuität in der Erziehung und eine enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus.

In der Oberstufe, d. h. ab der 9. Klasse treten Klassenbetreuer und Fachlehrer an die Stelle des Klassenlehrers.

Auch bei unterschiedlichem Lernvermögen bleiben die Kinder in der Klasse zusammen. Vorrangig vor dem Leistungsaspekt sollen sie altersgemäß angesprochen und unterrichtet werden. Das gemeinsame Vorrücken in die nächsthöhere Jahrgangsstufe gilt daher als Regel.

Hauptunterricht

Im Hauptunterricht, der in der Regel während der gesamten Waldorfschulzeit in den ersten zwei Schulstunden stattfindet, wird in den untersten Klassen Schreiben, Lesen, Rechnen und Sachkundefächer in dreibis vierwöchigen Epochen abwechselnd geübt. So können die Kinder in einen Lehrbereich intensiv eintauchen und sich auch seelisch damit verbinden.

In den höheren Klassen folgen Epochen in Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Erdkunde, Geschichte und Kunstbetrachtung.

Im Rahmen des Hauptunterrichtes werden auch künstlerische Elemente aus den Bereichen der Sprecherziehung und der bildenden Künste, also Malen, Zeichnen und Plastizieren eingesetzt.

Fachunterricht

Im Fachunterricht, werden im Anschluss des Hauptunterrichts die Fächer unterrichtet, die laufender Übung bedürfen. Das sind im Wesentlichen Fremdsprachen, handwerkliche und musische Fächer, Eurythmie, Gartenbau und Sport. Der Stundenplan ist so ausgelegt, dass er insgesamt versucht, der natürlichen Tagesrhythmik des Menschen zu folgen und ausgleichend zu wirken.

Zeugnisse

Am Ende eines Schuljahres erhalten die Schüler Zeugnisse in Form von charakterisierenden Textgutachten.

Fremdsprachen

Der Unterricht in Englisch und Russisch beginnt in der Regel in der 1. bzw. 2. Klasse, um die in den drei ersten Schuljahren noch vorhandene starke Nachahmungsfähigkeit der Kinder zu nutzen.

Musik

Im Musikunterricht erhalten alle Kinder der unteren Klassen Blockflötenunterricht.

Schüler mit entsprechenden Voraussetzungen wirken im Chor, im Klassen- oder Schulorchester mit.

Handwerkliche Fächer

Von der 5. Klasse an beginnt der Werkunterricht mit Schnitzen und anderen Holzarbeiten. In der Oberstufe kommt das Arbeiten in Ton, Stein und Metall hinzu, das Malen und Zeichnen wird fortgesetzt. Die handwerkliche Schulung ist somit ein unverzichtbarer und gleichwertiger Bestandteil des Unterrichtsangebots.

Theateraufführungen

Zum festen Bestandteil einer Waldorfschule gehören dramatische, teilweise auch fremdsprachliche Aufführungen in der 8., 11. bzw. 12. Klasse. Es kommen dabei Werke der Klassiker und der Moderne zur Darstellung. Das Entwerfen und das Herstellen von Kostümen und Kulissen gehören mit zu den Aufgaben der Schüler, wobei sich schöpferische und künstlerische Fähigkeiten in besonderem Maße entfalten können.

Lernen: